Junge Musikerin, die in einem Musikstudio ihren nächsten Song schreibt.

Audio

Über 400 private lokale, regionale und bundesweite Radioprogramme sowie viele hundert private Webradio-, Audio-on-Demand- und Podcast-Angebote stehen für die weltweit einmalige Vielfalt der Radiolandschaft in Deutschland.

Vielfalt vor Ort und im ganzen Land

Private Radioprogramme versorgen die Bevölkerung in Deutschland – insbesondere auch in den Regionen – mit verlässlichen Nachrichten, Informationen, Services, Musik- und Unterhaltungssendungen und erreichen damit Tag für Tag ein Millionenpublikum.

Radio erreicht die Gesamtbevölkerung

94 Prozent der Deutschen ab 14 Jahren nutzen mindestens einmal im Monat Radio- bzw. Audioangebote, über 53 Millionen Menschen schalten an jedem Werktag ein (ma 2021 Audio). Sie lassen sich dabei durchschnittlich über vier Stunden des Tages begleiten – und konsumieren die Audioinhalte praktisch überall: Zuhause, bei der Arbeit, unterwegs im Auto oder beim Sport.

Diese hohe Akzeptanz und Nutzung begründen die besondere gesellschaftliche Relevanz von Radio auch als Teil der kritischen Infrastruktur in Deutschland. Denn in Krisenzeiten wie etwa der Corona-Pandemie oder bei Naturkatastrophen leistet Radio eine zentrale Informations- und Warnfunktion für die Bevölkerung.

UKW-Verbreitung ist wirtschaftliches Rückgrat der Branche

Der mit Abstand wichtigste Empfangsweg für Radio in Deutschland ist die Terrestrik. Insbesondere der UKW-Empfang bildet das wirtschaftliche Rückgrat der Branche. Die klassischen linearen Radioangebote erreichen werktäglich im Schnitt 74,5 Prozent der deutschen Bevölkerung (ab 14 Jahren). Die Reichweite von DAB+ lag demgegenüber 2022 bei 13,6 Prozent pro Tag, Online-Audio-Angebote – soweit bereits in den Erhebungen miterfasst – erreichten an einem durchschnittlichen Werktag 10,9 Prozent der Bevölkerung (ma Audio 2022 II)

Diese Größenverhältnisse zeigen, dass der UKW-Empfang die Radionutzung in Deutschland nach wie vor bestimmt und unverzichtbare Basis für Investitionen in digitale Angebote bleibt. Denn der Großteil der privaten Radio- und Audiounternehmen finanziert sich über die Werbung, deren Vermarktungspotenzial sich unmittelbar aus den Reichweiten, also vor allem aus den UKW-Reichweiten, ergibt.

Steigende Bedeutung von Online-Audio

Gleichzeitig nimmt die Bedeutung von Online-Audio stetig zu, mittlerweile hören 45 Millionen Menschen in Deutschland mindestens einmal im Monat online Webradio und/oder Audioinhalte auf Abruf (Online-Audio-Monitor 2021). Die privaten Radio- und Audiounternehmen sind auf allen digitalen Kanälen präsent: Mit Streaming und bei den Webradioangeboten, mit Apps oder auf DAB+-Plattformen und perspektivisch bereits mit 5G-Broadcast im Blick. Wichtige Entwicklungsfelder wie InCar-Entertainment, Radioaggregatoren und Smart Speaker werden diese Tendenzen weiter beschleunigen.

Werbung finanziert Vielfalt der privaten Radiolandschaft

Radio- und Audiowerbung zählen hinsichtlich ihrer Reichweiten- und Werbewirkungsvorteile zu den wichtigsten Werbegattungen im deutschen Werbemarkt. Das Umsatzvolumen der Radiowerbung lag in Deutschland 2021 bei knapp über 700 Millionen Euro, mit zuvor deutlichen pandemiebedingten Rückgängen. Die Umsätze aus Instream-Audiowerbung haben sich weiter dynamisch entwickelt, so dass Radio- und Audiowerbung insgesamt in Deutschland 2021 für ein jährliches Umsatzvolumen von rund 800 Millionen Euro steht.

Neben dem Werbegeschäft spielen Events, insbesondere Konzerte, eine wichtige Rolle für viele Radiounternehmen. Der pandemiebedingte Ausfall von Veranstaltungen hat zwischen 2020 und 2021 zu zusätzlichen finanziellen Belastungen geführt.

Neben den werbefinanzierten, frei empfangbaren Angeboten, hat sich das Segment kostenpflichtiger Audio-Angebote in den zurückliegenden Jahren sehr dynamisch entwickelt und in Deutschland 2021 ein Umsatzvolumen von rund 1,5 Milliarden Euro erreicht. Hier bleibt allerdings abzuwarten, inwieweit auch die Vielfalt heimischer Radio- und Audioanbieter an dieser Entwicklung teilhaben wird.

Anbieter brauchen faire Wettbewerbsbedingungen

Private Radio- und Audiounternehmen stehen in Deutschland im Wettbewerb mit einem finanziell mehr als üppig ausgestatteten öffentlich-rechtlichem Hörfunk wie auch mit marktstarken globalen Playern, die oftmals zugleich Partner und Wettbewerber im Markt sind.

Wenige globale, marktmächtige Online-Plattformen bestimmen immer mehr, welche Inhalte die Menschen überhaupt im Internet finden können. Ein Level-Playing-Field, ein fairer Wettbewerb mit gleichen Regeln für alle und deren wirksame Kontrolle, ist daher ein wichtiges Ziel für die deutschen Radio- und Audioanbieter – nicht zuletzt auch um die Finanzierbarkeit eigener Innovationsprojekte abzusichern. Vor diesem Hintergrund sind ein fairer Zugang zu Plattformen und Medienintermediären, eine Verpflichtung für diese Akteure sowie für rundfunkfähige Endgeräte, z. B. Mobiltelefone, die Angebote auffindbar zu machen, Transparenz bei der Auswahl und Verbreitung von Inhalten durch Algorithmen und ein angemessener Zugang zu nutzerbasierten Reichweiten und Daten wesentliche Forderungen des Fachbereichs Radio und Audio des VAUNET bei Regulierungsvorhaben von Bund, Ländern und EU. Der VAUNET setzt sich zudem dafür ein, dass Technologie- und Netzneutralität auch bei neuen, innovativen Verbreitungswegen Kernprinzipien der digitalen Medienordnung bleiben.

Radio.trifft.Politik – Der VAUNET-Podcast zur Audio-Zukunft

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