Studie – „Switch-On: InCar-Audiosysteme 2021“

Berlin, 30. August 2021 - Anschnallen, Sound aufdrehen, losfahren: Radio hören und Auto fahren gehören einfach zusammen. Das zeigt sich auch in den Fahrzeugen neuester Generation, die über immer intelligentere Kommunikations- und Unterhaltungssysteme verfügen und dennoch das Radio- und Audioangebot in den Mittelpunkt stellen, zeigt die VAUNET-Studie "Switch On: InCar-Audiosysteme".

Neben den linearen Angeboten über UKW, DAB+ und IP-Streaming lassen sich über die Cockpits der neuen Fahrzeuggenerationen auch non-lineare Abruf-, Podcast- oder Musikstreaming-Angebote abrufen – zum Teil über herstellereigene Systeme, vor allem aber über die Vernetzung mit dem Smartphone, die in allen neueren Fahrzeugen mittlerweile Standard ist. Das sind wesentliche Ergebnisse der heute von VAUNET und der Landesanstalt für Medien NRW veröffentlichten Studie „Switch On: InCar-Audiosysteme“.

Marco Maier, Vorsitzender des Fachbereichs Radio und Audiodienste des VAUNET und Geschäftsführer von Radio / Tele FFH: „InCar-Audiosysteme machen Autos zu mobilen Info- und Entertainmentzentralen und sind ein wichtiges Entscheidungskriterium beim Autokauf geworden. Gerade die sichere und einfache Bedienbarkeit und das schnelle Auffinden der relevanten Radio- und Audioprogramme haben einen besonders hohen Stellenwert für die Kunden. Kooperationen zwischen Radio- und Automobilbranche helfen, die Systeme noch stärker auf die Nutzerbedürfnisse auszurichten und das Audioerlebnis im Auto zu perfektionieren.“

Die wichtigsten Studienergebnisse

In allen untersuchten Fahrzeugmodellen ist Radio im Infotainmentsystem fest integriert. Ein UKW-Empfang ist in allen Fahrzeugen möglich. 87,5 % der analysierten Infotainmentsysteme verfügen zudem über DAB+ und rund 50 % über ein fest integriertes Internet-Radio, das IP-Streams auch ohne Smartphone-Koppelung ermöglicht. Alle Modelle bieten darüber hinaus die Möglichkeit, ein Smartphone mit dem Infotainmentsystem zu koppeln. Die verbreitetste Koppelungslösung ist Apple CarPlay (91,7 %), gefolgt von Android Auto (79,2 %) und MirrorLink (25,0 %). In rund einem Drittel der Systeme sind bereits Musikstreaming-Dienste integriert. Spitzenreiter ist Spotify vor Napster und Amazon Music. Als Alternative zum markeneigenen Sprachassistenten warten rund ein Drittel der untersuchten Fahrzeugmodelle mit Amazon Alexa auf und 12,5 % mit Google Home.

Die Analyse der verbauten Infotainmentsysteme zeigt, dass neun von zehn Fahrzeugmodellen (91,7 %) eine eigene Menü-Kachel bieten, um darüber Radio- und Medieninhalte direkt anzusteuern. Darüber hinaus verfügen 45,8 % der analysierten Fahrzeuge über eine physische Taste in der Mittelkonsole zur direkten Ansteuerung von Radio- und Medieninhalten. Über diese Menüpunkte und Tasten werden neben den linearen Radioprogrammen auch Radio- und Audio-On-Demand-Angebote zugänglich gemacht. Die Nutzungsoptionen in den Fahrzeugen werden damit vielfältiger, aber auch komplexer und teilweise unübersichtlicher für die Nutzer.

Alle untersuchten Fahrzeuge haben mindestens ein Display, das auch zur Darstellung von Radio- und Audioinhalten dient. Metadaten von Radio- und Audioinhalten (Sendernamen/-logos, Artist-Cover, Titel, Genre, etc.) sind somit unverzichtbar für die richtige Darstellung und Sortierung von Audioinhalten.

Studiengrundlage und weitere Teilstudien

Für den Studienteil „Switch On: InCar-Audiosysteme“ wurden die Infotainmentsysteme in 24 Fahrzeugmodellen von 18 Automobilherstellern der Baujahre 2018 bis 2021 untersucht: Von Bildschirmgrößen, Steuerungsarten, Radio- & Audio-Zugangswege über integrierte Plattformen und Aggregatoren sowie die Möglichkeiten zur Smartphone-Koppelung bis hin zum Zukunftsthema Auffindbarkeit von Radio, Audio und Plattformen. Umgesetzt wurde die Studie von der MHP Management- und IT-Beratung GmbH mit Unterstützung der Screens GmbH Stuttgart.

Für die zweite von VAUNET betreute Teilstudie „Fast Forward: Zukunft InCar-Audio“ führt der Verband derzeit Interviews mit Expert:innen aus Radio/Audio- und Automobilindustrie durch. Der Schwerpunkt liegt auf Strategien, technologischen Entwicklungen und der Nutzung von Daten – etwa Fahrzeug-, Nutzungs- und Metadaten – sowie Kooperationen zwischen der Radio- und Automobilbranche. Die Ergebnisse werden im weiteren Jahresverlauf veröffentlicht.

Beide VAUNET-Teilstudien sind Teil der Gesamtstudie „On Track – Studien zu Audio und Mobilität“, die im vergangenen Jahr aus dem Branchendialog zum Thema Audio im Auto auf Initiative des Journalismus Lab hervorgegangen ist. Das Forschungsprojekt wird von der Landesanstalt für Medien NRW in Kooperation mit VAUNET , RTL Radio Deutschland und dem MedienNetzwerk Bayern durchgeführt. Zudem wird das Projekt inhaltlich von der radio NRW GmbH und der Ford-Werke GmbH unterstützt.

Studienpräsentation

Die Studienergebnisse werden im Rahmen des Audiocamp des Journalismus Lab der Landesanstalt für Medien NRW am 1. September 2021 präsentiert und diskutiert.

Hier können Sie sich anmelden: https://www.journalismuslab.de/2021/05/10/einladung-zum-audiocamp-2021/

Download der VAUNET-Publikationen:

Ergebnisbericht Switch-On-InCar-Audiosysteme (2021)

Dokumentation Switch-On-InCar-Audiosysteme (2021)

Artikel teilen

Seite Drucken

Ansprechpartner:in
Frank Giersberg

Geschäftsführer des VAUNET

Tel. 0049 (0)30 39 88 0 121

Ansprechpartner:in
Johannes Leibiger

Leiter Medienwirtschaft & Forschung

Tel. 0049 (0)30 39 88 0 102

Ansprechpartner:in
Hartmut Schultz

Pressesprecher

Tel. 0049 (0)30 39 88 0 101

Lesen Sie jetzt
Study
Study: Illegal TV Consumption Still Causes High Economic and Social Losses
Watching illegal live content on TV was still widespread in 2022 and has actually increased noticeably in recent years. TV piracy causes annual economic losses of €1.8 billion, while foregone taxes and social security contributions total €390 million. This is the conclusion of a VAUNET-study on TV piracy.
Studien
Studie: Illegale TV-Nutzung verursacht weiterhin hohen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Schaden
Die Nutzung illegaler Live-TV-Inhalte ist auch im Jahr 2022 ein Massenphänomen und in den vergangenen Jahren sogar spürbar angestiegen. Illegale TV-Nutzung verursacht 1,8 Milliarden Euro Umsatzschaden und führt zu 390 Millionen Euro entgangene Steuern und Sozialabgaben für die Gesellschaft. Zu diesem Ergebnis kommt eine VAUNET-Studie.
Duales Mediensystem
VAUNET: Ergebnisse der Klausur der Länder zum
öffentlich-rechtlichen Rundfunk können nur ein Auftakt sein
Aus Sicht des VAUNET können die Ergebnisse der Klausurtagung der Länder zur Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nur ein Auftakt sein - weitere für den Wettbewerb mit den privaten Medien entscheidende Themen müssen auf die Agenda genommen werden.
Mehr Laden
WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner

VAU+

Diese Seite ist exklusiv für
unsere Mitglieder

Bitte loggen Sie sich ein oder erstellen Sie ein Nutzerkonto.