Regierungsparteien setzen wichtiges Signal für Erhalt von Rundfunk- und Kulturfrequenzen

Berlin/Frankfurt/Luxemburg, 2. Dezember 2021 – Die Frequenzen für Rundfunk und Kultur im Bereich 470 bis 694 MHz müssen über 2030 erhalten bleiben – das war Tenor einer hochkarätig besetzten und international besuchten Online-Konferenz der Allianz für Rundfunk- und Kulturfrequenzen.

Vertreter:innen der Bundes- und Landespolitik, des Rundfunks, der Kultur sowie der Gerätehersteller unterstrichen diese Forderung vor dem Hintergrund der Vorbereitungen zur Weltfunkkonferenz 2023 und einer anstehenden Empfehlung der EU im kommenden Jahr.

Ein Ausrufezeichen hatte zuvor auch die künftige Bundesregierung gesetzt: Im Koalitionsvertrag formuliert sie das klare Ziel, das UHF-Band „dauerhaft für Kultur und Rundfunk [zu] sichern.“ MdB Thomas Hacker (FDP) unterstrich dieses deutliche politische Bekenntnis und seine Überzeugung, dass die betroffenen Frequenzen vitale Voraussetzung für die Sicherung und Entwicklung von Kultur und Rundfunk in Deutschland sind. Die rheinland-pfälzische Staatssekretärin Heike Raab (SPD), Koordinatorin der Rundfunk-Angelegenheiten im Länderkreis, bekräftigte, dass die neue Bundesregierung auch die Unterstützung der Länder in dieser wichtigen frequenzpolitischen Frage hat.

Millionen Menschen nutzen täglich die Rundfunkangebote von öffentlich-rechtlichen und privaten Veranstaltern. Diese benötigen die UHF-Frequenzen, um Medieninhalte zeitgemäß produzieren und über eine krisensichere Infrastruktur anbieten zu können. Darüber hinaus ist für deren Entwicklung eine Perspektive erforderlich, das aktuelle Rundfunkspektrum künftig etwa für 5G-Broadcast nutzen zu können.

Essenziell ist die Bedeutung der UHF-Frequenzen auch für den Kultur- und Eventbetrieb. Theater, Messen und Universitäten sind auf die störungsfreie Nutzung der Frequenzen und auf dessen partnerschaftliche Nutzung mit dem Rundfunk angewiesen. Für die souveräne Nutzung durch Kulturschaffende stehen schon heute oft zu wenige Funkfrequenzen zur Verfügung. Der zuverlässige und weltweite Zugang von drahtlosen Mikrofonen zu den Kulturfrequenzen im Bereich 470-694 MHz ist daher unverzichtbar.

Perspektivisch rückt die Debatte über Rundfunk- und Kulturfrequenzen jetzt auf die EU-Ebene: Dort wird im Jahr 2022 über die Strategie für die künftige Nutzung der UHF-Frequenzen auf europäischer Ebene, sowie die Vorbereitung auf die Weltfunkkonferenz 2023 entschieden. Die neue Bundesregierung wird sich daher in Kürze auch auf europäischer und internationaler Ebene frequenzpolitisch positionieren. Der Koalitionsvertrag dürfte hierbei die Richtung weisen.

Allianz für Rundfunk- und Kulturfrequenzen

Mitglieder der Allianz für Rundfunk- und Kulturfrequenzen sind ARD, Deutschlandradio, Media Broadcast, die Medienanstalten, die Initiative SOS – Save Our Spectrum, Sennheiser, VAUNET – Verband Privater Medien, ZDF sowie der Verband der Elektro- und Digitalindustrie ZVEI. Die Allianz setzt sich für die langfristige Fortsetzung der Nutzung des UHF-Frequenzbandes durch Rundfunk und drahtlose Produktionsmittel ein.

Artikel teilen

Seite Drucken

Ansprechpartner:in
Hartmut Schultz

Pressesprecher

Tel. 0049 (0)30 39 88 0 101

Lesen Sie jetzt
Public Value
VAUNET begrüßt nächsten Verfahrensschritt der Landesmedienanstalten im Public-Value-Verfahren
Der VAUNET begrüßt, dass die Landesmedienanstalten wichtige Voraussetzungen für die Umsetzung der Auffindbarkeitsregelungen des neuen Medienstaatsvertrags für Public-Value-Angebote auf Plattformen und Benutzeroberflächen geschaffen haben.
Berichterstatttungsfreiheit
Whistleblowerschutz nach wie vor unzureichend
Der Gesetzesentwurf der Bundesregierung zum Schutz von Hinweisgebern bleibt nach wie vor hinter den Möglichkeiten der EU-Whistleblower-Richtlinie zurück und genügt nicht den Erfordernissen der Schutzbedürftigen und Medienschaffenden.
Europa
VAUNET begrüßt Intention des European Media Freedom Act als „ambitionierten Balanceakt“ und warnt vor „zweiter Schicht der Medienregulierung“ zulasten funktionierender Medienordnungen
Nach dem Digital Markets Act und dem Digital Services Act initiiert die Europäische Kommission mit dem European Media Freedom Act (EMFA) nun ein weiteres Regelwerk mit hoher Relevanz für die Medienbranche. Der VAUNET begrüßt das Vorhaben den Binnenmarkt zu verwirklichen und die Vielfalt und Unabhängigkeit der Medien zu gewährleisten, sieht aber auch Nachbesserungsbedarf.
Mehr Laden
WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner

VAU+

Diese Seite ist exklusiv für
unsere Mitglieder

Bitte loggen Sie sich ein oder erstellen Sie ein Nutzerkonto.