Filmförderungsgesetz: VAUNET kritisiert u. a. geplante Streichungen der Medialeistungen für TV-Sender

13.03.2024 - Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Claudia Roth (BKM), hat ihren lange angekündigten „großen Wurf“ für eine Reform der Film- und Serienförderung auf der Berlinale am 15. Februar 2024 vorgestellt.

Dieser besteht aus drei Teilen: Zum einen aus der Einführung eines Steueranreizmodells (Filmförderungszulagengesetz – FFZulG), zum anderen aus der Verpflichtung zur Förderung europäischer Werke durch Direktinvestitionen (Investitionsverpflichtungsgesetz – InvestVG) sowie drittens aus der Novellierung des Filmförderungsgesetzes (FFG). Alle drei Gesetze sollen den Plänen des BKM zufolge bereits zum 1. Januar 2025 in Kraft treten.

Zum Referentenentwurf der FFG-Novelle hat der VAUNET jetzt Stellung genommen:

1. Streichung der Medialeistungen für TV-Sender führt zu finanziellen Mehrbelastungen in Millionenhöhe.

Private Medien leisten durch Zahlungen an die Filmförderanstalt (FFA) und freiwillige Einzahlungen in Länderförderungen einen bedeutenden Beitrag zur Filmförderung. Aufgrund der bestehenden Investitionen in Milliardenhöhe in Inhalte und Kinofilme durch Medienunternehmen spricht sich der VAUNET gegen weitere finanzielle Mehrbelastungen aus. Der vollständige Wegfall der Ersetzungsbefugnis durch Medialeistungen würde zu einer erheblichen finanziellen Mehrbelastung der betroffenen Anbieter in Millionenhöhe bzgl. der Barmittel führen (40 %ige Steigerung der Barmittel als einzige Einzahlergruppe). Statt einer Streichung sollte vielmehr über eine konvergente Fortentwicklung des Instruments „Medialeistung“ nachgedacht werden. Ansonsten kann nicht ausgeschlossen werden, dass Unternehmen Einsparungen im Bereich freiwilliger Leistungen prüfen müssen, zumal der im April 2023 veröffentlichte Gesamtbericht „All Eyes On Audiences – Zielgruppen und Potenzialanalyse für den deutschen Kinomarkt“ die Rolle von Fernsehwerbung als gezielte Aufmerksamkeitsquelle für das Kino hervorhebt. Der VAUNET plädiert daher für den Erhalt der bewährten Ersetzungsbefugnis durch Medialeistungen.

2. Eine (weitere) Flexibilisierung der Sperrfristen ist notwendig.

Nachdem die Branche im Mai 2023 einen ersten Schritt in Richtung Flexibilisierung der Sperrfristen getan hat, sollen die durch die Richtlinie des FFA-Verwaltungsrats beschlossenen

Regelungen in das neue FFG überführt und die gesetzliche Öffnungsklausel beibehalten werden. Der VAUNET begrüßt diesen Schritt, denn eine (weitere) Flexibilisierung der Sperrfristen – unter Beibehaltung des exklusiven Kinofensters und Einbindung aller Akteure der Verwertungskette – war bzw. ist vor dem Hintergrund des internationalen Wettbewerbs notwendig.

3. Teilautomatisierte Referenzmittelförderung: Überarbeitung der Erfolgskriterien & Zugangsvoraussetzungen nötig

Der VAUNET begrüßt grundsätzlich die Bemühungen, die Prozesse dynamischer und damit auch effizienter zu gestalten. Mit Blick auf das Hauptanliegen der FFG-Novelle – weniger und dafür besser ausgestattete und wirtschaftlich erfolgreichere Kinofilme zu finanzieren – erscheint die momentane Konzeption der Erfolgskriterien bzw. der herabgesetzten Zugangsvoraussetzungen auf den ersten Blick nicht zielführend.

Weiterführender Link

Referentenentwurf zur Novellierung des Filmförderungsgesetzes (FFG)

Ansprechpartner:in
Daniela Beaujean

Geschäftsführerin des VAUNET

Tel. 0049 (0)30 39 88 0 112

Lesen Sie jetzt
Politik & Recht
VAUNET begrüßt Länder-Beschluss zu Kooperationserleichterungen im Rundfunkbereich
Der VAUNET – Verband Privater Medien begrüßt den Beschluss der Rundfunkkommission der Länder zu Kooperationserleichterungen im Rundfunkbereich. Die Länder stellen damit klar, dass angesichts der zunehmenden Marktmacht globaler BigTech-Plattformen auch private Medienanbieter bessere und rechtssichere Möglichkeiten zur Zusammenarbeit benötigen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit und die Medienvielfalt in Deutschland zu sichern.
VAU+
Politik und Recht
Ländervertreter:innen zu medienpolitischen Schwerpunkten 2026
Die Übersicht zeigt die medienpolitischen Schwerpunkte der Länder 2026 (15 Statements; ohne MV) – von ÖRR-Reform und privater Medienwirtschaft über DMStV, Plattformregulierung und KI bis hin zu Medienaufsicht, Jugendmedienschutz und Filmstandorten.
VAU+
Politik und Recht
Die medienpolitischen Schwerpunkte der Länder 2026
Die medienpolitischen Schwerpunkte der Länder 2026
Mehr Laden
Consent-Management-Plattform von Real Cookie Banner

VAU+

Diese Seite ist exklusiv für
unsere Mitglieder

Bitte loggen Sie sich ein oder erstellen Sie ein Nutzerkonto.