Zukunft der Datennutzung: Digital-Gipfel der Bundesregierung unter Beteiligung des VAUNET

12.12.2022 - Die Plattform 6 „Kultur und Medien“ unter dem Co-Vorsitz von Claudia Roth, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, und VAUNET-Vorstandsvorsitzenden Claus Grewenig (Chief Corporate Affairs Officer, RTL Deutschland) richtete beim diesjährigen Digital-Gipfel der Bundesregierung am 9. Dezember ein Panel zur Zukunft der Datennutzung in Medien, Kultur- und Kreativwirtschaft aus, das federführend vom VAUNET und dem BKM organisiert wurde.

„Daten.Macht.Kreativität!? Daten als Gewinn oder Herausforderung für die Demokratie“: Die Zukunft der Datennutzung in Medien, Kultur- und Kreativwirtschaft war das Thema des Panels der Plattform 6 „Kultur und Medien“ unter dem Co-Vorsitz des VAUNET-Vorstandsvorsitzenden Claus Grewenig und der Kulturstaatsministerin Claudia Roth beim diesjährigen Digital-Gipfel der Bundesregierung. Eröffnet wurde der Digital-Gipfel von Digitalminister Dr. Volker Wissing und Wirtschaftsminister Dr. Robert Habeck.

Karin Immenroth (Chief Data & Analytics Officer, RTL Deutschland), Dr. Martin Andree (Medienwissenschaftler mit Schwerpunkt digitale Medien, Universität zu Köln) und Prof. Dr. Michelle Christensen (Soziologin und Designforscherin, Technische Universität Berlin und Universität der Künste) diskutierten, ob Daten Gewinn oder Herausforderung für die Demokratie sind. Staatsministerin Claudia Roth stellte einleitend zu Beginn der Diskussionsrunde im Gespräch mit Moderatorin Anna Albrecht (tagesschau, extra3) den großen Einfluss heraus, den „Big Data“ und „Big Tech“ auf unser Konsumverhalten und unseren Umgang mit Informationen haben. Daten seien Rohstoff für nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, auch in der Kultur- und Kreativwirtschaft.

In der anschließenden Diskussion steckten die Panelist:innen zunächst den beträchtlichen Raum ab, den digitale Daten bereits jetzt in der Medien- bzw. der Kultur- und Kreativwirtschaft einnehmen. So sind datenbasierte Geschäftsmodelle im TV-Bereich bereits von großer Bedeutung, wie Karin Immenroth erläuterte: „Wir müssen uns von einem Content-Haus zu einem Content-Tech- & Data-Haus wandeln […], um den Content zu schützen und nicht das Feld komplett den Plattformen zu überlassen.“ Eine Herausforderung sei die hohe Dominanz der globalen Plattformen, so Dr. Martin Andree, die bereits heute den Großteil der gesamten digitalen Mediennutzung in Deutschland auf sich vereinigten. „Diese Plattformen haben den vollen Zugang zu den Daten und sie haben den User-Generated-Content“, so Dr. Andree. Damit stellen die „digitalen Monopole“ ein Risiko für die Mediendemokratie dar. Prof. Dr. Christensen betonte, dass die Zukunft der Kreativszene hybrid sei: „Menschen mögen anfassbare Dinge. Wir werden nicht nur körperlos durch das Metaverse laufen, denn auch digitale Kunst braucht den Raum und die Zuschauer:innen.“

Die Panelist:innen unterstrichen, dass kulturelle Vielfalt und Meinungsfreiheit ohne das Zusammenspiel zwischen freien, funktionierenden Märkten und erforderlicher staatlicher Regulierung akut bedroht sind. Bei den großen Tech-Plattformen, die im digitalen Zeitalter essentielle Infrastrukturen und faktisch zentrale öffentliche Kommunikationsräume darstellen, die direkt auf die Entwicklung unserer Gesellschaft und Demokratie einwirken, brauche es klare regulatorische Parameter.

Im Anschluss an das Panel kamen die Mitglieder der Plattform 6 unter Vorsitz von Kulturstaatsministerin Claudia Roth und dem VAUNET-Vorstandsvorsitzenden Claus Grewenig bei einem Get-together zusammen, um den Austausch fortzuführen. Im Gespräch betonten beide die hohe Bedeutung von Medienfreiheit und -vielfalt für die Demokratie und sprachen darüber, wie die Unabhängigkeit von Medien und Presse dauerhaft sichergestellt werden kann. Dabei sind auch die Rahmenbedingungen für Medienunternehmen zu berücksichtigen, wie beispielsweise die Sicherung der Refinanzierbarkeit – ein Punkt, den auch die G7-Medienminister:innen bei ihrem Fachtreffen im Sommer in Bonn in ihr Kommuniqué „Gegen Desinformation und für Pressefreiheit“ aufgenommen hatten.

Die Staatsministerin berichtete dabei auch über ihre Pläne, diesen in Bonn angestoßenen Prozess im Rahmen der G20 auch nach Ablauf der deutschen G7-Präsidentschaft Ende 2022 weiterzutreiben. Die Diskussion zu den Themen des Digital-Gipfels wurde anschließend beim Essen mit Bundeskanzler Olaf Scholz fortgesetzt.

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