Positionspapier und Branchenempfehlung zur Lautheit auf den Distributionswegen UKW / DAB+ / IP

Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe aus APR, VAUNET und der ARD hat ein Positions- und Empfehlungspapier zur „Lautheit auf den Distributionswegen UKW/DAB+/IP“ erstellt, das branchenweit dazu beitragen soll, eine Angleichung bestehender Lautheitsunterschiede zwischen den verschiedenen Distributionswegen sowie zwischen unterschiedlichen Programmen zu erreichen.

Executive Summary

Dieses Papier beschäftigt sich mit der Problemstellung unterschiedlicher Lautstärkeempfindungen, die insbesondere beim Wechsel zwischen den Radioprogrammen unterschiedlicher Programmanbieter auftreten können. Dabei lassen sich die digitale Verbreitung via DAB+ und das IP-Streaming unterscheiden, die aktuell überwiegend ergänzend zur UKW-Verbreitung genutzt werden. Das Ergebnis ist ein Vorschlag für die in APR und VAUNET organisierten Veranstalter privater Rundfunkprogramme, sowie der ARD und Deutschlandradio mit einer Empfehlung zur einheitlichen Aussteuerung der Programmsignale.

Eine zentrale Rolle bei der Bewertung der Lautstärkeempfindung spielt der Begriff Lautheit, der durch die Empfehlung R128 der EBU für TV- und Radioprogramme definiert wird. EBU R128 s2 empfiehlt -16 LUFS fürs Internet-Streaming. Die Ergänzung EBU R128 s3 beschäftigt sich mit Hörfunkprogrammen, nennt aber keine Lautheitswerte für Radioprogramme. Während bei der UKW-Verbreitung die erzielbare Lautheit durch technische Parameter bestimmt wird, obliegt die Aussteuerung digitaler Angebote den Veranstaltern.

Für die Programmverbreitung im Simulcast über UKW und DAB+ haben sich drei unterschiedliche Vorgehensweisen etabliert:

  1. DAB+ übernimmt den UKW-Pegel. Dies entspricht einer Lautheit von etwa -18 LUFS
    und einem einheitlichen Spitzenpegel von ca. -6 dBTP.
  2. Für die Verbreitung via DAB+ wird das um 2 dB verstärkte UKW-Signal verwendet, um
    eine mit Streaming Angeboten vergleichbare Lautheit von ca. -16 LUFS zu erreichen.
  3. DAB+ erhält ein eigens aufbereitetes Signal. In der Praxis ist dies meist ein
    gemeinsames Processing für DAB+ und IP-Streaming.

Bei der Verbreitung via Streaming (Online Audio) empfiehlt die EBU R128 eine Lautheit der Programme von -23 LUFS. Hier müssen jedoch die Positionen weiterer Marktteilnehmer, wie z. B. Spotify, Amazon Music, Apple Music oder Youtube berücksichtigt werden, welche Musik mit bis zu -14 LUFS normalisieren. Zur Annäherung an die vorgenannten Akteure sollte daher die Lautheit der Hörfunkprogramme (Program Loudness) begrenzt werden. APR, ARD, Deutschlandradio und VAUNET empfehlen einen Maximalwert von -16 LUFS, mit einer Toleranz von maximal +2 LU.

Ein wichtiger Aspekt bei der Distribution von Radioprogramen ist die Mediennutzung in Fahrzeugen. Auf Grund bestehender Vorgaben der Streaming-Anbieter im Bereich „In Car Entertainment“ gleichen die Infotainmentsysteme der Automobilhersteller Angebote anderer Anbieter, darunter auch die über DAB+ und UKW empfangenen Programme, an deren Lautheitspegel an. Die in diesem Papier vorgeschlagenen Maßnahmen sollen die Automobilhersteller bzw. Zulieferer der Infotainmentsysteme bei der Angleichung der Lautheit unterstützen und damit das Hörerlebnis in Fahrzeugen verbessern.

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Ansprechpartner:in
René Böhnke

Senior Referent Medientechnologie & IT

Tel. 0049 (0)30 39 88 0 122

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