In der aktuellen Folge von „visionär on air“ von DWDL & VAUNET spricht Podcast-Host Thomas Lückerath mit Stephan Schmitter (RTL-Deutschland-CEO)
„Wenn du nur auf dem Werbebein stehst, hast du keine Chance“
Volatiler Werbemarkt, Big Tech, veränderte Nutzung: Der Druck auf klassische Geschäftsmodelle wächst. Schmitters Antwort ist Diversifizierung. Die Kombination aus Werbung und Abo werde entscheidend – auch, um unabhängiger von globalen Plattformen zu werden.
Sky-Übernahme als Signal
Die Branchenentwicklung verändert Finanzierung und Wettbewerbsfähigkeit nationaler Anbieter. Schmitter bewertet die Sky-Übernahme daher auch politisch: Die EU-Genehmigung sei ein Meilenstein. Die Botschaft: Europa braucht stärkere Medienhäuser, um im globalen Wettbewerb zu bestehen – Kooperation werde zum Schlüssel.
Ungleiches Spielfeld
Ein zentrales Thema sind faire Wettbewerbsbedingungen. Big-Tech-Plattformen unterliegen oft geringeren Regulierungsanforderungen, etwa bei Reichweiten-Transparenz, Regulierung und journalistischen Standards. Schmitter fordert, dies zu ändern – und gleichzeitig private Anbieter von überholten Detailregulierungen zu entlasten.
Werbemarkt unter Druck
Werbebudgets wandern verstärkt zu Plattformen wie Google oder Meta, perspektivisch auch zu KI-Anbietern – wo vergleichbare Messdaten, verlässliche Leistungsnachweise und teils „Brand Safety“ fehlten. Werbekunden hätten hier auch Macht, für mehr Transparenz zu sorgen.
Fehlende Währung
„Wir brauchen dringend die einheitliche Währung für alle.“ Ohne vergleichbare Messung fehle eine gemeinsame Grundlage zur Erfolgsmessung für Anbieter und Werbewirtschaft.
Öffentlich-rechtliche und Private
Schmitter sieht gemeinsame Interessen gegenüber Big Tech, zugleich aber Reformbedarf beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der den Privaten teils weiterhin Möglichkeiten wegnähme.
Public Value und Ausblick
Auch private Medien leisteten Public Value und gäben Einordnung und Orientierung, nicht nur durch Information, sondern auch durch Unterhaltung. Es bleibt entscheidend, wie dieser gesellschaftliche Beitrag erhalten und das duale System im digitalen Zeitalter gesichert werden kann. Klar ist: Die Zukunft entscheidet sich nicht nur im Markt, sondern auch im regulatorischen Rahmen – und der Handlungsdruck wächst.
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