In der neuen Folge des VAUNET-Podcasts „Radio.trifft.Politik“ spricht Podcast-Host José Narciandi mit Andrea Stullich, medienpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion NRW über die drängenden Zukunftsthemen für das Privatradio.
Die Zukunft von Privatradio in Nordrhein-Westfalen, der Reformstaatsvertrag und die ARD-Radiostrategie zur Programmreduzierung, bis hin zur Übertragung von Radio über UKW, DAB+ und die großen Big-Tech-Plattformen.
Diese Themen standen im Fokus bei der Live-Podcast-Aufzeichnung im Fußballmuseum Dortmund beim Smart Audio Day NRW von RADIO NRW mit der medienpolitischen Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion NRW, Andrea Stullich (CDU).
Für Stullich spielt bei der Frage nach einem Umstieg von UKW auf DAB+ der Markt die entscheidende Rolle. UKW als analoger Verbreitungsweg bleibe unverzichtbar, gerade in Krisensituationen: „Wenn nichts mehr geht, UKW geht immer.“ Sie erteilt allen politischen Überlegungen, ein UKW-Abschaltdatum festzulegen, eine Absage. Denn das Privatradio brauche die Erlöse aus UKW, um den Umstieg ins digitale Zeitalter aus eigener Kraft finanzieren zu können. „Schon deswegen darf man UKW nicht abschalten.“
Mit Blick auf die Lokalradio-Reform in NRW zeigt sich Stullich offen für neue Strukturen. Funkhausmodelle und Kooperationen könnten sinnvoll sein, solange die eigene Marke und die Präsenz vor Ort erhalten blieben. Über Fusionen oder einen Neuzuschnitt von Sendegebieten nachzudenken, „das ist immer nur der allerletzte Schritt, wenn sonst gar nichts mehr geht“, so Stullich.
Bei der Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks erkennt die medienpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion zwar den Reformwillen, doch das Tempo sei zu langsam. Dass im Zuge der Programmreduzierungen der ARD auch Sender erhalten bleiben, die Werbung ausstrahlen, sei laut Stullich nicht problematisch, um den Rundfunkbeitrag stabil zu halten. Dabei sollten sich die öffentlich-rechtlichen Anstalten stärker auf ihren Kernauftrag konzentrieren: „Information, Kultur, auch Sport.“
Bei der Frage wie Radio seine Hörer:innen erreicht, spielen auch die Big-Tech-Plattformen wie Alexa, Google, Apple & Co. eine große Rolle. Stullich unterstützt die Forderung privater Anbieter, dass ihre Angebote auf Smart Speaker und in KI-gestützten Suchsystem zuverlässig auffindbar sein müssen: „Es nicht sein, dass es von irgendeinem Algorithmus abhängt, ob man ein privates Radio in Deutschland empfangen kann oder nicht.“
Im Gespräch betont sie zudem die Nähe zu den Hörer:innen als besondere Stärke des Privatradios: „Mein Radio, mein Freund – das trifft auf private Radiosender eher zu als auf Öffentlich-Rechtliche.“ Die Hörernähe, die Ansprache, die Begleitung durch den Alltag mit Information, Service und der besten Musik – das mache Privatradio und v. a. Lokalradio aus.
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„Wenn nichts mehr geht, UKW geht immer.“ Radio.trifft…Andrea Stullich (CDU) bei YouTube, RTL+ Musik, Spotify, Apple Podcasts/iTunes, Amazon Music/Audible.