In der aktuellen Folge der Podcast-Reihe „visionär on air“ von DWDL & VAUNET spricht Host Thomas Lückerath mit dem Kriegs- und Krisenreporter, TV-Moderator, Podcaster und stellvertretenden BILD-Chefredakteur Paul Ronzheimer.
Ronzheimer zeichnet seinen Weg vom Lokaljournalismus in Ostfriesland bis in die großen Krisengebiete der Welt nach – und beschreibt, wie sich seine Arbeit in den vergangenen Jahren verändert hat. Heute ist er nicht nur Reporter, sondern zugleich Stimme, Gesicht und Marke. Dabei betont er, wie wichtig journalistische Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit gerade für private Medien sind.
Ein zentrales Thema ist die Zukunft von privat finanziertem News-Journalismus. Hochwertiger Journalismus brauche nachhaltige Erlösmodelle, die seiner gesellschaftlichen Relevanz gerecht werden. Gerade im Podcast-Segment sieht er dabei hohes Potenzial für werbende Unternehmen.
Ronzheimer betont, dass Podcasts längst kein Nischenprodukt mehr sind. In den vergangenen Jahren sei das Medium stark gewachsen, zahlreiche neue Formate und Innovationen seien entstanden. Gleichzeitig macht er klar, dass dieser Erfolg nur Bestand haben kann, wenn die wirtschaftliche Grundlage gesichert ist, hochwertige Inhalte bräuchten tragfähige Refinanzierungsmodelle. Er ermuntert Unternehmen, Werbegelder stärker im Umfeld journalistischer Inhalte zu investieren – und gerade Podcasts böten hier hohes Potenzial.
Zugleich zeigt er, wie stark sich Mediennutzung verändert hat: Klassische Grenzen zwischen Print, TV und Online verschwimmen, Medienhäuser entwickeln sich zu plattformübergreifenden Anbietern, Persönlichkeiten würden als Marken immer wichtiger. Erfolgreich sei heute, wer seine Inhalte dort anbietet, wo das Publikum ist – ob über News-Portale, TV, Radio oder via Audio- und Video-Podcast. Podcasts und Radio könnten sich dabei gut ergänzen und stark voneinander profitieren.
Auch die Präsenz auf Social-Media-Plattformen der Big-Tech-Giganten gehört für den Podcaster Ronzheimer dazu – allerdings hätte sie kaum Einfluss auf die Nutzungszahlen, so seine Erfahrung: Selbst virale Social Media-Clips würden nicht dazu führen, dass sich mehr Leute die zugehörige Folge anhörten. Hier geht es also eher um Markenbildung.
Gleichzeitig erkennt Ronzheimer trotz begrenzter, schnelllebiger Social-Media-Debatten in der steigenden Nutzung längerer Formate eine hohe Nachfrage nach tiefgehenden Analysen, Einordnungen und Hintergrund. Audio ist dabei auch für ihn persönlich Leitmedium geworden: „Ich höre viel mehr als ich lese“, sagt er. Das liegt wohl auch daran, dass er teils zehn Monate im Jahr unterwegs und immer auf dem Sprung ist. Deswegen hat er auch immer eine Krisentasche mit Schutzweste, Helm, Mikrofon und Mac (immer aufgeladen) zuhause – „damit ich direkt los kann“.
Die Folge gibt es unter anderem bei: