Studie: Jährlich 2,4 Milliarden Euro Schaden durch illegale Nutzung von TV-Streaming – Tendenz stark steigend

VAUNET: Piraterie muss wirksamer bekämpft werden – mit schnelleren Verfahren, klareren Pflichten und effektiven technischen Maßnahmen

Berlin, 28. Mai 2026 – Die illegale Nutzung von Live-TV in Deutschland hat weiter zugenommen: 2025 verursachte sie in Deutschland einen gesamtwirtschaftlichen Schaden von rund 2,4 Milliarden Euro. Im Vergleich zur letzten Erhebung 2022 entspricht das einem Anstieg um 33 Prozent – trotz technischer Schutzmaßnahmen, Gerichtsverfahren und Aufklärungskampagnen.

Dem Staat entgehen damit jährlich rund 542 Millionen Euro Steuern und Sozialabgaben – ein Anstieg von knapp 40 Prozent gegenüber 2022. Der direkte wirtschaftliche Schaden für die betroffenen Medienunternehmen summiert sich auf rund 1,5 Milliarden Euro, weitere Teilbeträge entfallen auf vor- und nachgelagerte Wertschöpfungsstufen.

Im Jahr 2025 nutzten rund 7,7 Millionen Menschen in Deutschland illegal lineare TV-Streams. Am stärksten verbreitet ist die illegale Nutzung bei den 16- bis 33-Jährigen. Für knapp drei Viertel der Befragten ist das die bequemste Möglichkeit, lineares Fernsehen zu konsumieren. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass die Bereitschaft zur Nutzung legaler Angebote steigt, wenn illegale Alternativen nicht verfügbar sind. Zu diesen Ergebnissen kommt ein wissenschaftliches Gutachten von Goldmedia, das der VAUNET – Verband Privater Medien jetzt veröffentlicht.

Frank Giersberg, Geschäftsführer des VAUNET: „Die Zahlen zeigen: TV-Piraterie bleibt ein Massenphänomen mit einer erheblichen Schadensdimension für die Medienanbieter, die Medienvielfalt und den Fiskus. Es braucht daher dringend wirksamere Instrumente, die die illegale TV-Nutzung nachhaltig eindämmen und so die Medienvielfalt schützen.“

Der VAUNET fordert:

  • Klarere und schnellere Reaktionspflichten: Plattformen und Hosting-Dienste sollten rechtswidrige Inhalte mit sehr kurzer Reaktionszeit entfernen müssen.
  • Wirksamere, dynamische Sperrmaßnahmen: Zugangsanbieter sollten illegale Live-Streams und Ausweichangebote schnell und flexibel während laufender Übertragungen unterbinden können.
  • Effektivere Verantwortungszuweisung: Rechteinhaber müssen schneller gegen illegale Angebote vorgehen können – ohne zunächst aufwendig die meist anonym agierenden Täter identifizieren zu müssen.

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