Bündnis Medien für Vielfalt – „Diversität zwischen Anspruch und Wirklichkeit“

Fachdiskussion in Berlin beleuchtet Fortschritte, Herausforderungen und konkrete Handlungsfelder für mehr Vielfalt in Medien

Berlin 22. Mai. 2026 – Welche Fortschritte sind in den vergangenen Jahren erreicht worden, wenn es um mehr Diversität in den Medien geht – und wo bestehen weiterhin Lücken zwischen Intention und gelebter Realität? Diese zentrale Frage stand im Mittelpunkt der Veranstaltung „Diversität: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit“, zu der das Bündnis „Medien für Vielfalt“ am 21. Mai 2026 in Berlin Vertreterinnen und Vertreter aus Medien, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zusammenbrachte.

In einem gemeinsamen Statement bekannten sich die im Bündnis „Medien für Vielfalt“ vertretenen Medienhäuser ausdrücklich zu ihrer Verantwortung, Diversität in Gesellschaft und Medien nachhaltig zu stärken. In den vergangenen Jahren seien wichtige Fortschritte erzielt und Vielfalt stärker in Strukturen und Inhalten verankert worden. Gleichzeitig betonten die Partner, dass gerade in gesellschaftlich und wirtschaftlich herausfordernden Zeiten Diversität nicht aus dem Blick geraten dürfe. Es brauche weiterhin starke Stimmen für Vielfalt, die Orientierung geben und den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern. Dieser Verantwortung seien sich die Medienhäuser bewusst und würden sie auch künftig aktiv wahrnehmen.

In seinem Grußwort betonte Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, die Bedeutung von Inklusion als Grundpfeiler unserer Demokratie. Er unterstrich die Notwenigkeit, Diversitätsstrategien mehrdimensional zu denken und strukturelle Barrieren konsequent abzubauen. Hierbei spielen die Medien, so Dusel, eine wichtige Rolle. Cornelia Holsten, Direktorin der Bremischen Landesmedienanstalt, ordnete die bisherigen Aktivitäten des Bündnisses ein und stellte die Leitfragen der Veranstaltung in den Kontext aktueller gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen.

In den Keynotes und folgenden Gesprächsrunden wurde deutlich, dass Diversität in ihren verschiedenen Dimensionen zunehmend als strategischer Erfolgsfaktor in Medienunternehmen verstanden wird. Cawa Younosi (Charta der Vielfalt e.V.) hob hervor, wie wichtig es ist, Diversität verbindlich in Unternehmenskulturen zu verankern und als Innovationstreiber zu begreifen. Prof. Dr. Naika Foroutan (DeZIM) ergänzte im Gespräch mit Moderatorin Paula Essam empirische Einblicke in die gesellschaftliche Entwicklung und zeigte sowohl Fortschritte als auch weiterhin bestehende strukturelle Defizite in der Teilhabe auf.

Prof. Dr. Lorenz Narku Laing (Vielfaltsprojekte GmbH) lenkte im Anschluss den Blick auf konkrete Herausforderungen und Potenziale diversitätsbewusster Mediengestaltung. Er stellte zentrale Kriterien auf den Prüfstand und zeigte anhand von Best Practices auf, wie Medienangebote differenzierter und inklusiver gestaltet werden können.
Die abschließende Podiumsdiskussion fokussierte sich auf Perspektiven der Medienunternehmen selbst: Stefanie Rupp-Menedetter (ProSiebenSat.1 Media SE), Claus Grewenig (RTL Deutschland), Thomas Dauser (SWR/ARD), Barbara Massing (Deutsche Welle), Jona Teichmann (Deutschlandradio) sowie Konstanze Beyer (RTL ZWEI) diskutierten gemeinsam über den Status quo und die Weiterentwicklung der Diversitätsarbeit in ihren Häusern. Weitere Vertreterinnen und Vertreter anderer Anbieter brachten zusätzliche Perspektiven ein.

Im Schwerpunkt ging es um die Fragen, welche Maßnahmen aktuell umgesetzt werden, wie sich Fortschritte der vergangenen Jahre bewerten lassen und welche strukturellen Veränderungen notwendig sind, um Diversität nachhaltig zu verankern – sowohl intern als auch in den Programmen. Dabei wurde auch diskutiert, wie sich die Kluft zwischen formulierten Ansprüchen und gelebter Praxis weiter schließen lässt.
Die Diskussionen machten deutlich: In vielen Bereichen wurden bereits wichtige Fortschritte erzielt – zugleich bleibt die Aufgabe, Diversität unabhängig von individuellen Initiativen auch strukturell zu sichern, eine zentrale Herausforderung.

Über das Bündnis „Medien für Vielfalt“
Eine vielfältige Medienlandschaft ist elementar für eine demokratische Gesellschaft. Medien tragen dazu bei, die Welt in ihrer Komplexität zu verstehen, und können durch ihre Inhalte Toleranz und Respekt gegenüber Vielfalt fördern. Gleichzeitig machen sie unterschiedliche Lebensrealitäten sichtbar und bereichern damit den öffentlichen Diskurs.
Für Vertreterinnen und Vertreter der Medienbranche ist Vielfalt Verantwortung und Chance zugleich – sowohl als Grundlage für eine offene Gesellschaft als auch als Erfolgsfaktor für Kreativität und Innovation. Seit 2022 beleuchtet das Bündnis „Medien für Vielfalt“ in gemeinsamen Veranstaltungen unterschiedliche Facetten von Diversität und bringt Expertinnen und Experten, Betroffene sowie Entscheiderinnen und Entscheider zusammen, um den Status quo zu analysieren und konkrete Impulse für Veränderungen zu setzen.

Auf Initiative der Bremischen Landesmedienanstalt wurde das Bündnis 2020 gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern zählen ARD, ZDF, Deutsche Welle, Deutschlandradio, RTL Deutschland und ProSiebenSat.1 Media SE. Weitere Partner sind Bavaria Film, Netflix, VAUNET, Sky Deutschland, RTL Zwei und die ffn-mediengruppe. Ziel ist es, Diversität nach innen und außen zu fördern und voneinander zu lernen.

Die RTL-Pressemeldung finden Sie hier.

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Ansprechpartner:in
Tim Steinhauer

Senior Referent Medienverantwortung & Programm

Tel. 0049 (0)30 39 88 0 199

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